google-site-verification=YH2q0GamxuBGl1qV7ricoQL3nWE1D6EaWslbGN0HiSg Anno dazumal: Soziokulturelles Zentrum »Große Eiche«

Anno dazumal: Soziokulturelles Zentrum »Große Eiche«


Soziokulturelles Zentrum »Große Eiche« Wir stellen die Gebäude des Ortes vor, an denen bisher eine Haustafel angebracht wurde. »Große Eiche«. Viele von uns alten Böhlitz-Ehrenbergern denken heute sicher etwas wehmütig an den »Saal« in der »Eiche« zurück. Dort haben wir zum ersten Mal eng aneinander gepresst mit einem Mädchen getanzt. Dort gab es den ersten Kuss, den man ja im Leben nie vergisst. Meist haben wir aber nach den Klängen von Jethro Tull, Deep Purple und auch der DDR Gruppe »Kreis« (die heute keiner mehr kennt) »abgehottet«. Noch immer kann ich den Tanzsaal »riechen«: Schweiß, Juwel72 und die auf den weißen Tischdecken verschütteten Bierneigen. Sofort kommt mir der schnellste Kellner von Böhlitz in den Sinn: Siggi – das letzte Bier war noch nicht ausgetrunken, da stand schon ein neues da... Seit 1864 gab es die Gaststätte »Große Eiche«. Das Schankrecht erhielt der Schneidermeister Johann Andreas Apitzsch.

1880 wurde ein Tanzsaal, eine Kegelbahn und eine Gartenkolonnade angebaut. Auch einen schönen Teich gab es. 1991 wurde der Tanzsaal zu Gunsten des heutigen Neubaus abgerissen. Im »Altbau« der »Eiche« hatten in den 1970er Jahren viele Vereine ihr Domizil. Seit meinem 9. Lebensjahr war ich Mitglied des Fotozentrums Böhlitz-Ehrenberg. Das aus diesem Hobby mein Beruf wurde, habe ich auch dem heutigen Leiter unseres Fördervereins, Wolfgang Germanus, zu verdanken. Tatsächlich lernte ich bei ihm Ordnung, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Mit 16 Jahren arbeitete ich oft spät abends oder nachts in unserer großen Dunkelkammer. Oft traf ich abends auch die gute Seele des Hauses – Herrn Gottwald. Er war wohl der freundlichste und fleißigste Hausmeister, den ich je kennenlernte. Danach, oft nach Mitternacht, musste ich den Schlüssel immer bei W. Germanus in der WilhelmWinkler-Straße in den Kasten schmeißen. Da ich im Labor natürlich rauchte – was streng verboten war – genoss ich um so mehr die immer frische und feuchte Luft im Bielagarten. Die »Eiche« hatte ihren eigenen charakteristischen Geruch. Erst viel später erfuhr ich, er stammte von der »Biela«, die bis heute im Keller der »Eiche« steht. Die Biela trennte bis 1839 die Orte Böhlitz und Ehrenberg. Durch die Bebauung versiegten die Quellen und der Bach wurde verrohrt. Wo genau die Biela heute fließt, ist zumindest mir ein Rätsel. 2001 wurde ein kleines Stück nördlich der Auenstraße ans Licht geholt. Bielastraße und Bielagarten erhielten ihren Namen von diesem Bach. In der Festschrift zu 925 Jahren Böhlitz-Ehrenberg schreibt ein Schüler des Neigungskurses: »Der Bielagarten ist für mich ein magischer Ort«. Schon 45 Jahre zuvor war der Bielagarten auch für mich ein solcher. Warum? Das bleibt noch zu erforschen. Im Altbau gab es noch bis einige Jahre nach der Wende eine Gaststätte. Auch ein Grieche versuchte sein Glück, hielt aber auch nicht lange durch. Heute steht der noch recht gut erhaltene Gastraum leer und der gesamte Altbau zum Verkauf. Im Neubau von 1991 finden viele Veranstaltungen statt. Dort befindet sich auch die moderne Bibliothek, die bereits 1902 als Volksbücherei mit einem Bestand von 136 Büchern begann. 2015 gab es eine Petition der Bürgergesellschaft zum Erhalt des Soziokulturellen Zentrums, die Erfolg hatte. Die Stadt Leipzig genehmigte also den Fortbestand unserer alten ehrwürdigen »Großen Eiche«.

Lutz Wabnitz

Quellen: »Die Straßen von Böhlitz-Ehrenberg«, »Festschrift zur 925 Jahrfeier«, »Historisches Böhlitz-Ehrenberg«/Wolfgang Germanus

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