google-site-verification=YH2q0GamxuBGl1qV7ricoQL3nWE1D6EaWslbGN0HiSg Anno dazumal: Kleinlederwaren – Teil 2

Anno dazumal: Kleinlederwaren – Teil 2


Die Kofferproduktion wurde wieder aufgenommen. Hergestellt wurden Koffer aus Leder, Kunstleder, Hartfaser, Presspappe und bezogenem Holz. Die Produktpalette umfasste Schrank-, Muster-, Expeditions- und teilweise auch Luftkoffer sowie Aktenmappen. Bereits im Herbst fand die erste Messe als Leistungsschau statt. Auch wurden, neben Lieferungen ins Ausland, Reparationsaufträge an die Sowjetunion erfüllt. Die letzte Lieferung von drei Waggons mit Koffern dorthin erfolgte im November 1946.

1947 wird das Werk im Adressbuch Leipzig als »Leipziger Koffer- und Lederwarenfabrik, Zweigbetrieb der Industrieverwaltung Böhlitz-Ehrenberg« in der Fabrikstraße 21 aufgeführt. Das Sortiment wurde durch die Produktion von Kleinlederwaren erweitert. Die Abteilung »Feintäschnerei« erhält einen Produktionsraum im Hauptgebäude. Bis 1949 erfolgt der Anschluss des Betriebes an den VVB (Vereinigung Volkseigener Betriebe) Schuhe und Lederwaren »Saale« in Weißenfels.

Infolge der Gründung der SED kam es nach 1946 auch zur Bildung einer Betriebsparteiorganisation. Unter Mitwirkung dieser entstand:

• Einrichtung einer Betriebsküche mit Anbau von Gemüse auf dem Betriebsgelände (in den Anfangsjahren)

• Gründung einer Betriebsfeuerwehr

• Bildung eines Jugendchores

• Übernahme von Patenschaften unter anderen in Gundorf.

Ab 1. Januar 1954 gliederte man den Treuhandbetrieb von Otto Graf in Leipzig-Wahren als Werk II an und verlegte die Kleinlederwarenabteilung dorthin. Die Firma wurde dem neu gegründeten VVB Lederwaren in Halle unterstellt. Da der Bedarf an Kleinlederwaren ständig stieg, baute man die ehemalige Schlosserei und Tischlerei als Lager um. Die Verwaltung arbeitete nun im Vordergebäude. Neue Maschinen wurden angeschafft.

1956 wurde das Werk II der Textilindustrie zugeführt, so dass die gesamte Produktion und die Lehrausbildung wieder in Böhlitz-Ehrenberg vereint waren. Es erfolgte die Spezialisierung auf Kleinlederwaren und 1956 die Verlegung der Kofferproduktion nach Thüringen. Zur Steigerung der Produktion wurden bis 1959 Transportanlagen angeschafft und die Gruppenarbeit zur Arbeitsteilung eingeführt. Der Betrieb hieß ab 1956 »VEB Leipziger Feinlederwarenfabrik«.

Arbeitsabläufe konnten durch Verbesserung der Technologie optimiert werden. Hergestellt wurden nun qualitativ hochwertige Feintäschnerwaren, zusätzlich auch Uhrarmbänder, Schreibmappen und Etuis. Der Betrieb entwickelte sich zur größten Kleinlederwarenfabrik der DDR. Für aktuelle Durchsagen, Bekanntgabe von Terminen, Veranstaltungen, Ausrufen usw. innerhalb der Fabrik stellte man um 1958 einen Betriebsfunk auf.

Etwa 1959 löste sich der VVB Lederwaren auf und die Fabrik unterstellte man dem Rat des Kreises Leipzig-Land. Ab 1960 gründete sich die Sparte Kleinlederwaren zur Verbesserung der Absprache unter Betrieben mit Herstellung gleicher Erzeugnisse. Die Feinlederwarenfabrik wurde Spartenbetrieb. in der Gruppe waren die Lederwarenfabriken Magdeburg, Stadtroda, Waltershausen und Bretnig. 1960 erfolgte die Betriebserweiterung durch das Werk in Borsdorf als Werk II. In Böhlitz-Ehrenberg war fortan der zentrale Zuschnitt, die Verwaltung und die Produktion von Brieftaschen, Börsen, Geldscheintaschen und Schreibmappen.

Im Werk II gab es einen Bereichsleiter, der dem Werk I unterstand. Die bisherige Produktion von Stadt- und Reisetaschen wurde zugunsten der Produktion von Etuis eingestellt. Bis 1964 wuchs die Belegschaft auf 250 Personen an.

In der Zuschneiderei gab es Bandmesserschneidemaschinen, Stanzen, Schärf- und Spaltmaschinen sowie Hebeldruckpressen für Gold- und Ornamentdruck. Auch wurden neue Maschinen wie Pfaff-Nähmaschinen angeschafft. Produziert wurde auch für den Export. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Erweiterung der Produktion und Verwaltung wurden Ende 1964 neue Baracken aufgestellt. Bezogen wurden diese allerdings ab 1. Januar 1965 vom neu gegründeten VVB Lederwaren und ab März 1965 von der Lehrwerkstatt. Die Fabrik erhielt für vorbildliche Lehrausbildung und Produktion zahlreiche Auszeichnungen.

Fortsetzung folgt

Kirsten Haasch

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