google-site-verification=YH2q0GamxuBGl1qV7ricoQL3nWE1D6EaWslbGN0HiSg Anno dazumal: Schmiede und Hirtenhaus in Gundorf

Anno dazumal: Schmiede und Hirtenhaus in Gundorf

Förderverein Ortsgeschichte Böhlitz-Ehrenberg e. V.:


Unser Ort bildet Vergangenheit auch architektonisch in einzigartiger Weise ab. Das Beispiel der Historischen Haustafel »Schmiede und Hirtenhaus« zeigt dies eindrucksvoll sogar mit doppeltem historischen Hintergrund. Zum einen wird auf altes Handwerk wie das Schmieden selbst verwiesen; es ist wohl eines der ältesten Handwerke der Menschheit. Zum anderen werden die früheren Lebensumstände anhand der Wohn-/ und Arbeitsgebäude abgebildet bzw. sichtbar gemacht.

Ein Schmied im Dorf musste seit jeher zu bestimmten Zwecken ein wahrer Alleskönner sein; nicht nur Haus und Hof, die ganze Landwirtschaft forderte ihn als einen Mann für viele Dinge und zu lösende Fragen. Andererseits waren Schmiede oft seit dem Mittelalter bereits hochspezialisiert, wie Messer-/Schwert- oder gar Goldschmiede, und machten ihr Können zu Geld. In Leipzig des frühen 17. Jh. galt weiterhin die Schmiede-Taxe des Herzogs Moritz von Sachsen, auf Grund der ein Schmied zum Beispiel 32–35 Groschen für das Beschlagen eines Rades fordern durfte; allerdings nur, wenn er das Eisen dazu lieferte. Für Hufeisenaufschlagen an großen Pferden war ein Groschen erlaubt, für kleine und Bauernpferde nur neun Pfennige. Umgerechnet galten ähnliche Preisverhältnisse auch Jahrhunderte später. Das ist durchaus zu bedenken, wenn man über das »goldene« Handwerk früherer Zeiten nachdenkt.


Vor einiger Zeit konnte in Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Eigentümer und Enkel des letzten Hufschmiedes Otto Müller, der 1953 im Alter von 70 Jahren verstorben war, eine weitere historische Haustafel in Gundorf am Mühlenplatz 2 (Holzzaun an der Lützschenaer Straße) angebracht werden. Die alte Schmiede, auch Rittergutsschmiede genannt, befand sich unmittelbar am Eingang zum Gundorfer Rittergut und ist Teil des historischen Ortskerns von Gundorf. Der große Schornstein auf dem Foto gehörte zum Schmiedeofen, der später in ein Nebengebäude auf dem Hof verlegt worden ist. Bei Dachsanierungsarbeiten am Wohnhaus wurde ein Endstein mit der Jahreszahl 1750 entdeckt. Die Schmiede war bis 1953 in Betrieb. Dort sind Pferde aus Gundorf, Burghausen und auch Lützschena beschlagen worden. Besonders beschwerlich und rutschig war damals der Anstieg von der Lützschenaer Straße zur »Warteburg«; Pferde und Kutscher hatten auf dem damaligen Straßenpflaster ihre sprichwörtliche »Not«...


Im Schmiedewohnhaus wohnte der Schmiedemeister mit seiner Familie. Die Angestellten der Schmiede haben in einem benachbarten Haus (links am Eingang zum Kirchweg) gewohnt. Die Holzräder auf dem historischen Foto stammen von der Stellmacherei, die sich früher hinter der Kneipe »Gute Quelle« auf dem Gutshof befand. Radreifen für die Stellmacherei wurden in der Schmiede geschweißt. Dazu wurde ein speziell bearbeiteter Findling mit einer »Führungsrille« benutzt. Dieser historische Stein wurde Ende der 50er Jahre im Waldgelände neben der Lützschenaer Straße Richtung Forsthaus abgelagert. Er konnte bis heute nicht wieder aufgefunden werden.


Weiterhin erinnert diese Tafel an das Hirtenhaus von Gundorf. Es befand sich auf einem Altgemeindegrundstück, direkt an der Ecke Mühlenplatz und ehemaliger Dorfstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schmiede. Dort wohnte der Hirte der Gemeinde Gundorf. Das Hirtenhaus wurde im Mai 1932 abgerissen. Wir hoffen, dass die heimatinteressierten Leser neugierig geworden sind und die neue Tafel bei einem Frühlingsausflug besichtigen werden. Wir sind wieder dienstags von 15.00 – 18.00 Uhr im Heimatmuseum Südstraße 10 für Sie da, unter Beachtung der aktuellen Auflagen.

Hannelore Schaaf


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