Ein Jahresrückblick

Ortschaftsrat Böhlitz-Ehrenberg


Was einem vor allem einfallen wird, wenn man an das Jahr 2020 denkt, fängt mit einem großen »C« an und endet auf »orona«. Auch die Arbeit des Ortschaftsrates war durch das Virus nicht unerheblich eingeschränkt. So konnte im April keine Sitzung stattfinden und die Beschlüsse mussten im Umlaufverfahren erfolgen. Doch in diesem Jahr gab es auch andere Punkte, die in dieser kurzen Retrospektive nochmals in Erinnerung gerufen werden sollen.


Ehrenpreis des Ortschaftsrates für Christian Hofmann.

Nach 2019 fand zu Beginn des Jahres die zweite Auflage des Neujahrs­empfangs des Ortschaftsrates statt, in dessen Rahmen ehrenamtlich und sozial engagierte Bürgerinnen und Bürger für ihr Engagement im und für den Ort ausgezeichnet wurden. Geehrt wurden am 11. Ja­nuar folgende Personen: Ehrenamtliches Engagement: Michael Böhme vom Tanzsportclub Leipzig, Siggi Teichmann vom TSV Böhlitz-Ehrenberg, Andreas Herold von der Schützengesellschaft, Swen Süptitz vom Bauhof Böhlitz-Ehrenberg sowie Andreas und Christel Henze vom Seniorenclub. Die Ehrenmedaille für »Soziales Engagement« erhielt die Leiterin der Kita »Regenbogen, Heike Kalinski. Für seine Leistungen im Bereich »Kunst und Kultur« erhielt der Maler Joachim Rolle die Ehrenmedaille des Ortschaftrates. Der Ehrenpreis ging an den langjährigen Ortswehrleiter Christian Hofmann und den Preis des Ortsvorstehers erhielt der Maler Dr. Günther Berger. Bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres konnte sich die D-Jugend des TSVs Böhlitz-Ehrenberg den ersten Platz vor den Senioren I der Schützengesellschaft und den Landesmeisterpaaren des Tanzsportclubs Leipzig sichern.


Die Preisträger des Neujahrsempfangs 2020.

Nachdem sich das Jahr 2019 mit der Eröffnung der Schulmensa am 18. Dezember mit einem schönen Ereignis für unseren Ort verabschiedet hatte, stand zur Januarsitzung des Ortschaftsrates 2020 die Präzisierung des Sammelplanungs- und Baubeschlusses für den zweiten Neubauabschnitt der Grundschule auf der Tagesordnung. Durch notwendige Neuplanungen stiegen die Kosten für den Neubau von 5,9 Millionen Euro auf 9,5 Millionen Euro. Mit der Neuplanung stehen in den vier Geschossen nun ausreichend Klassenräume für einen vierzügigen Betrieb zur Verfügung. Zudem werden auch die Kapazitäten für den Hort erweitert, was die Doppelnutzung minimiert. Ende Februar begann der Abriss des alten Flachbaus der Grundschule, der bis April andauerte.


Abriss des alten Grundschulflachbaus.
So soll die neue Grundschule letztendlich aussehen.

Bei der Oberbürgermeisterwahl Ende Februar/Anfang März geriet zunächst auch der amtierende OBM Burkhard Jung ins Straucheln. Im ersten Wahlgang lag er in den Ortsteilen, so auch in Böhlitz-Ehrenberg und Rückmarsdorf sowie Burghausen weit hinter dem Herausforderer Sebastian Gemkow. Im zweiten Wahlgang konnte sich Jung dann aber ganz knapp durchsetzen.


In der Ortschaftsratssitzung im Februar war wieder einmal das seit 2012 ausstehende Konzept für die Bewirtschaftung des Soziokulturellen Zentrums »Große Eiche« im Gespräch. Ein neuer Mitarbeiter sollte sich nun um das Konzept kümmern. Ein Ergebnis steht weiterhin aus – wohl auch deshalb, weil der neue Mitarbeiter schon kurz danach nicht mehr für die »Große Eiche« zuständig zeichnete.


Die im Doppelhaushalt beantragten und genehmigten fünf weiteren Papierkörbe werden Mitte Februar aufgestellt.


Am 8. Mai 2020 brennt es auf Schlobachshof.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Februar brennt es auf Schlobachshof. Dabei brennt eine alte Stallbaracke nieder. In der ehemaligen Gaststätte der Reithalle brennt es am 8. Mai erneut. Die Feuerwehr konnte einen größeren Schaden verhindern. Bereits im November 2019 hatte der Ortschaftsrat Sicherungsmaßnahmen auf Schlobachs-hof gefordert und in seinem Antrag auch schon vor möglichem Vandalismus und Brandstiftungen gewarnt. Doch schon im Juni 2020 stand dann der Antrag in der Ratsversammlung zur Debatte. Hier machte sich die SPD-Stadtratsfraktion den Originalantrag des Ortschaftsrates zu eigen, dem der Stadtrat dann mehrheitlich zustimmte und für Erstaunen beim Ordnungsbürgermeister und dem Oberbürgermeister sorgte. Damit wurde das eigentliche Verwaltungshandeln, das seit Mai eine ständige Präsenz eines Sicherheitsdienstes vorsieht, um weiteren Vandalismus und Brandstiftungen zu verhindern, bestätigt.


Der Schlobachshof stellte auch für einen weiteren Antrag des Ortschaftsrates die Grundlage. Da im Antrag zum Gewerbegebiet »Seehausen II« Ausgleichsflächen auf Schlobachshof festgeschrieben waren, der Ortschaftsrat im Vorfeld aber nicht angehört wurde, reichte dieser den Antrag zur Sicherstellung der Einbeziehung der Ortschaftsräte bei ortsteilrelevanten Vorlagen ein. In der Stadtratssitzung am 14. Oktober stimmten die Stadträte einstimmig für die Umsetzung dieses Antrags.


Im Zuge des Lockdowns aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurden auch der Wertstoffhof in der Ludwig-Hupfeld-Straße und das Bürgeramt in Böhlitz-Ehrenberg geschlossen. Nach der langwierigen Rückkehr zu zumindest etwas »Normalität« blieben diese beide Institutionen aber weiter geschlossen. Ortsvorsteher Achtner schrieb sowohl die Stadtreinigung als auch das Hauptamt der Stadt Leipzig an, um eine Wiederöffnung beider Orte herbeizuführen. Der Wertstoffhof öffnete dann im Mai wieder. Beim Bürgeramt dauert es etwas länger. Hier muss erst auf den Eingemeindungsvertrag verwiesen werden, der die Aufrechterhaltung des Bürgeramtsbetriebs festschreibt. Am 1. September öffnet dann das Bürgeramt zunächst für einen Tag, später kommen weitere Tage hinzu.


Die Bauarbeiten für den neuen Radweg an der Schönauer Landstraße begannen am 20. April.

Am 20. April begannen dann die Bauarbeiten für den Radweg entlang der Schönauer Landstraße. Diese dauern bis 9. Ok­tober. An diesen Tag wird der Radweg ohne feierliche Eröffnung zur Nutzung übergeben.



Eröffnung des Bielagarten-Spielplatzes.

Eine weitere Eröffnung, und diesmal in einem angemesseneren Rahmen, fand am 3. Juni statt. An diesem Tag wurde der neue Spielplatz im Bielagarten im Beisein des Umweltbürgermeisters Heiko Rosenthal übergeben. Was positiv für die Kinder ist, sei für die Anrainer des Sanierungsgebietes eher ärgerlich. Denn diese werden nicht unerheblich – bedingt durch die enorme Bodenwertsteigerung – zur Kasse gebeten. Sie sehen den Bielagarten als Alibibaumaßnahme, denn seit rund zehn Jahren sei bis auf diese Maßnahme nichts mehr geschehen und somit hätte das Sanierungsgebiet viel früher abgelöst werden können, was erheblich weniger Kosten bedeutet hätte.


Großer Andrang herrschte in der Junisitzung des Ortschaftsrates. In dieser stellte der Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, Rüdiger Dittmar, die Ideen für den Schlobachshof vor. Zunächst versuchte Dittmar zu veranschaulichen, dass es auf Schlobachshof eine schwierige Gemengelage gebe. So befände sich der Hof im Außengebiet, im Naturschutzgebiet, im Hochwasserschutzgebiet und habe aber auch denkmalgeschützte Gebäude. Mit dieser Ausgangssituation sei es schwierig, rechtssichere Nutzungsmöglichkeiten zu finden. Schlussendlich wurden drei Ideen detaillierter vorgestellt: Wanderrastplatz, Umweltbildungsinformationszentrum und landwirtschaftliche Nutzung, wobei die Vorzugsvariante das Umweltbildungsinformationszentrum sei. Die Prüfungen, was nun mit Schlobachshof in Zukunft geschehen soll, sind damit aber nicht abgeschlossen.


In der letzten Sitzung vor der Sommerpause stellten Mitarbeiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes die Vorplanungen für die vom Neubau der Georg-Schwarz-Brücken betroffenen Straßen (Barnecker, Burg­auen-/Lise-Meitner-Str./Gutshof­straße) vor. Diese sollen noch vor dem Beginn des Brückenbaus grundhaft saniert werden. Auch erste Planungen für den Umbau der Kreuzung Leipziger-/Lützschenaer-/Burghausener Straße wurden erläutert. Bei Letzterer sieht der Ortschaftsrat, nachdem ein Variantenwechsel amtsintern stattgefunden hat, nochmals Beratungsbedarf und wird Anfang des Jahres 2021 nochmals Vertreter der Stadtverwaltung dazu einladen.


Nachdem bereits im Sommer 2019 der Asphalt im Gleisbereich in stadteinwärtiger Richtung in der Leipziger Straße zwischen Barnecker Straße und Brücke erneuert wurde, sanierten die Leipziger Verkehrsbetriebe nun auch den defekten Straßenbelag in stadtauswärtiger Richtung – aber erst auf mehrfache Nachfrage, denn es schien so, als habe man die Sanierung dieser Seite bei der LVB unter den Tisch fallen lassen. Erst die Zusendung eines Schriftverkehrs aus 2019, der diese Sanierung in Aussicht stellte, führte zum Umdenken. Die Bauarbeiten erfolgten schließlich gleichzeitig mit der Instandsetzung der Gleise auf der Brücke zwischen Ludwig-Hupfeld-Straße und der Straße »Am Ritterschlösschen« im Zeitraum vom 6. bis zum 18. Juli.


Seit April standen die Arbeiten auf der Baustelle des Grundschulneubaus still. Mitte Juli wurden die Arbeiten dann wieder aufgenommen und zunächst die Baugrube ausgehoben, das Fundament erstellt und danach sogleich mit dem Hochbau begonnen. Die vom Oberbürgermeister für das Schuljahr 2021/22 versprochene Nutzungsübergabe scheint aber nicht eingehalten werden zu können. Hier kann zum Glück aber Corona als Ausrede vorgeschoben werden. Es ist zu hoffen, dass die Arbeiten nun ohne weitere Zeitverzögerungen fortgeführt werden können.

Der Neubau der Grundschule wächst...

In der Augustsitzung des Ortschaftsrates waren u. a. die durch Aufkleber und Graffiti verunstaltete Verkehrsschilder Thema. Fast jedes Schild im Ortskern war durch »BSG Chemie« Leipzig Aufkleber verunstaltet. Teilweise waren die Schilder nicht mehr lesbar – insbesondere im Umfeld von Schulen und Kitas aber eben nicht nur dort eine Gefahrenquelle. Ortsvorsteher Achtner hatte mehrfach versucht, mit dem Vorstand des Vereins Kontakt aufzunehmen. Leider gab es bis zum heutigen Tag keine Reaktion seitens des Vereins. Somit stellte der Ortschaftsrat eine Antrag, dass in Böhlitz-Ehrenberg alle Verkehrsschilder mit der neuartigen Schutzversiegelung ausgestattet werden. Im Stadtrat wurde dann ein seitens der CDU-Stadtratsfraktion gestellter Antrag für ganz Leipzig positiv votiert, sodass der Ortschaftsrat den Antrag zurückziehen konnte. Das Problem der Verunreinigungen und der Sachbeschädigungen ist damit aber keineswegs gelöst.


Bereits seit März mussten aufgrund von Corona zahlreiche Veranstaltungen und Feste abgesagt werden. Auch die 21. Auflage des Ortsfestes konnte am letzten Augustwochenende nicht stattfinden. Gleiches galt für den Böhlitz-Ehrenberger Weihnachtsmarkt.


Im September rückten die Georg-Schwarz-Brücken kurzzeitig mal wieder in den Focus. Der Stadtbezirksbeirat Altwest hatte forderte in seinem Antrag eine ständige Fußgängerverbindung zwischen Böhlitz-Ehrenberg und Leutzsch sowie eine Unterführung des entstehenden Radwegs entlang des Heuwegs unter den neu entstehenden Brücken hindurch. Der Ortschaftsrat Böhlitz-Ehrenberg lehnte diesen Antrag einstimmig ab, nicht weil beide Sachen nicht sinnvoll wären, sondern um ein klares Zeichen gegen weitere Bauverzögerungen zu setzen. Schließlich wäre Böhlitz-Ehrenberg bei einer drohenden Sperrung der Brücken wegen Baufälligkeit vom Weg in die Innenstadt abgeschnitten und erheblich beeinträchtigt.


Am 12. November schloss der Wertstoffhof Böhlitz-Ehrenberg wegen des anstehenden Umbaus seine Tore. Für 859000 Euro wird dieser bis März 2021 saniert.


Und auch im Dezember hatte der Ortschaftsrat Böhlitz-Ehrenberg noch wichtige Entscheidungen für die nächsten beiden Jahre zu treffen – genauer gesagt wurden in der Dezembersitzung die Änderungsanträge zum Doppelhaushalt 2021/22 beraten und beschlossen.


Im Namen aller Ortschaftsratsmitglieder wünsche ich Ihnen einen guten Start ins neue Jahr, vor allem viel Gesundheit und vielleicht sieht man sich ja einmal persönlich zu den Ortschaftsratssitzungen oder zu den wöchentlichen Bürgersprechstunden.

Ihr Denis Achtner, Ortsvorsteher

Fotos: Achtner, Amm, Blum, Börner

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