Neues im Heimatmuseum & Industrieortsgeschichte

Heimatverein Rückmarsdorf:



Nachdem zwei neue Vitrinen vom Stadtgeschichtlichen Museum erworben wurden, konnten diese mit Objekten der Siedlungsanfänge im Rückmarsdorfer Gebiet und mit Ausstellungsstücken des Handwerks im Ort versehen werden. Ein in Rückmarsdorf bei der Firma Hörügel in den 1920er Jahren hergestellte Harmonium, das uns als Spende überlassen wurde, haben wir an seinen Ausstellungsplatz gebracht, reparieren lassen und ist somit spielbar. In den wenigen Wochen, die das Museum in diesem Jahr pandemiebedingt nur öffnen konnte, wurde die geänderte Ausstellung den Besuchern ausführlich erläutert.


Fortschreibung Industrieortsgeschichte


Zum Harmoniumbau Hörügel liegen dem Verein nach dem Sichten der Unterlagen im sächs. Staatsarchiv folgende Bezüge zu Rückmarsdorf vor:

  • Das Unternehmen wurde in Leutzsch 1893 gegründet und hatte Land in Rückmarsdorf zur Erweiterung der Fertigung in der Nähe des Rückmarsdorfer Bahnhofes parallel zum Pfarrlehen erworben (heutige Lage: von der Bahnschranke am Bahnhof hinter Würth bis zur Ehrenberger Straße).

  • Bis 1912 erfolgte die Planung und nach der Überwindung vieler bürokratischer Hürden im Jahr 1916 die stark verkürzte Realisierung des geplanten Gleisanschlusses zum neuen Werksgelände.

  • In den 1930er Jahren, durch die aufkommende Verbreitung des Radios, erfolgte der Rückgang der Produktion von Musikinstrumenten, der Wegfall von Einnahmen und damit ein erhöhter Finanzbedarf, der nur durch Kredite gedeckt werden konnte.

  • 1945 waren noch elf Angestellte in der Firma beschäftigt. In den Folgejahren ist wegen »…ungemein schwieriger Arbeits- und Fabrikationsverhältnissen…«, wie in einem Schreiben des Inhabers Wilhelm Jürgens vom 25.7.1951 ggü. der Industrie- und Handelskammer Leipzig betont wird, d. h. durch fehlenden Materiallieferungen in der Planwirtschaft, eine Produktion von Musikinstrumenten unmöglich geworden und Ende 1951 wird die Stilllegung der Firma beantragt.

  • Zwischenzeitlich war eine Etage des Fabrikgebäudes zur Marmeladenherstellung vermietet worden und später wurde die gleiche Etage zur Abfüllung von Speisewürze genutzt.

Im Bereich des Rückmarsdorfer Bahnhofes sind noch weitere Firmenansiedlungen (mit mindestens jeweils einem Büro zur Abwicklung von Versandaufgaben für den Bahntransport) in Ansätzen bekannt. Falls zu folgenden Firmen weitere zusätzliche Informationen vorhanden sind, nimmt der Heimatverein diese gern zur Vervollständigung der Beschreibung der Industriegeschichte des Ortes entgegen:

  • Schokoladen- und Zuckerwaren-Fabrik Northorn Rückmarsd.-Leipzig mit einer Schokoladenhandlung in Leipzig (Plauensche Straße) bis 1928 im Adressbuch

  • Holzhandlung-Baumaterialien-Leiterfabrik Hermann Büchner (Unterlagen bis 1945 vorhanden)

  • Kaffee-Großrösterei A. Wolter, Bahn-Adresse Rückmarsdorf, Post-Adresse Leipzig-Lindenau (Unterlagen aus dem Jahr 1907)

  • Germania-Eisenwerke Oskar-Bräutigam G.m.b.H. Rückmarsdorf bei Leipzig

Der Heimatverein Rückmarsdorf wünscht allen Lesern eine frohe, wenn auch eingeschränkte, Weihnachtszeit und ein gesundes neues Jahr.


Matthias Götz, Vorsitzender


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