Petition für das Street Mobil Leipzig

Schulterschluss e. V. – Street Mobil Leipzig


Gestartet ist das Projekt »Kältebus Leipzig« von Initiator Bastian Schauer und damit das Street Mobil Leipzig im Winter 2017. Familie Schauer beschloss bei einem Abendessen, das nächste Mal einfach etwas mehr zu kochen und mit Decken und einigen warmen aussortierten Kleidungsstücken ins Auto zu steigen und zu den Obdachlosen zu fahren. »Das war natürlich ein völlig sinnloser und blauäugiger Plan!«, resümiert Bastian Schauer auf diese Idee zurückblickend. »Als Mensch, der von der Gesellschaft im Stich gelassen wurde, hat man kein Vertrauen in selbige.« Davon ließ sich die Familie aber nicht entmutigen. »Also fuhren wir immer und immer wieder zu den Leuten. Halfen, redeten und viel wichtiger, hörten zu. Dann fingen wir an Speisen – meist Eintopf – raus zu bringen«, berichtet Schauer weiter. Zirka 2,5 Liter Eintopf gaben sie damals pro Fahrt aus.


Auch Schauers Tochter brachte sich in das Projekt ein und startete eine Facebook-Seite. Hunderte Leipzigerinnen und Leipziger folgen seitdem der Seite des Street Mobils Leipzig und unterstützen das Projekt mit Sachspenden, die eins zu eins unter dem Motto »Kurze Wege, schnelle Hilfe« an die Obdachlosen abgegeben werden.


In Anbetracht der anstehenden Feiertage kann Schauer auch aus der Vergangenheit berichten: »Zu diversen Feiertagen fahren wir gesondert raus. Dann gibt es richtige Mahlzeiten, oft drei Gänge«, und zaubert so den Betroffenen zumindest ein kleines Lächeln ins Gesicht. »Im Dezember 2018 erfüllte ich mir durch die Hilfe meiner Familie und vieler Freunde und Spender einen besonderen Traum. Wir konnten 50 Obdachlose zum großen Weihnachtsgänseessen einladen.« Mittlerweile fährt die Familie mit ca. 25–30 Litern Suppe los. Um dies bewerkstelligen zu können, wurde ein kleiner Bus eigens für das Projekt angeschafft. »Dadurch, dass uns ein Verein aufgenommen hat, bekommen wir jetzt auch finanzielle Unterstützung.«


Doch wie sieht ein Tag des Street Mobil-Projektes genau aus? Wenn Sebastian Schauer von der Arbeit nach Hause kommt, haben seine Frau und seine Tochter schon vieles vorbereitet. Wasser für Tee und Kaffee ist gekocht, die Zutaten für die Suppen sind fertig und nun werden die geplanten Speisen für den Abend zusammen gekocht. Danach wird alles in den Bus geladen und es beginnt die Tour zu den Schlafplätzen von Obdachlosen, denn ab einer bestimmten Zeit werden diese nicht mehr verlassen. Sie garantieren für eine sichere und/oder warme Nacht. Daher sind keine Treffen an einem zentralen Ort möglich. »Es gibt ein, zwei Jungs, die sich selbst kein Essen mehr geben können, weil sie amputierte Arme haben oder einfach zu schwach sind. Hier helfen wir gesondert... Wir füttern sie, was sollen wir anderes tun!«


Bei dieser ehrenamtlichen und aufopferungsvollen Arbeit kommt es aber auch zu Problemen. So haben die Helferinnen und Helfer nicht selten ein Knöllchen vom Ordnungsamt an ihrer Busscheibe. »Wenn wir also parken und helfen, kommt sehr oft das Ordnungsamt und nimmt eine Ordnungswidrigkeit auf mit der Begründung, wir hätten kein Recht dort zu stehen oder zu fahren. Das bestreitet Schauer auch nicht. »Aber wir haben auch keine andere Wahl, außer wir lassen es sein. Und das kommt für uns nicht in Frage! Aufgeben ist keine Option! Wir sind der Meinung, dass uns dieses Verbot doch bitte die Leipziger Bürger und Bürgerinnen aussprechen sollen und nicht eine Behörde, bei der ich oft nur Aktenlagenentscheidungen erkennen kann. Daher haben wir eine Onlinepetition>> gestartet und freuen uns über jede Stimme. Wer mehr über das Street Mobil Leipzig erfahren möchte, kann dies unter: www.facebook.com/Street-Mobil-Leipzig-704521306603334.


»Vielleicht ist es noch sehr wichtig zu erwähnen, dass wir in keiner politischen Richtung motiviert sind… Du kannst Politik machen oder Suppe kochen… wenn du beides tust, schmeckt eines fade! Danke Böhlitz-Ehrenberg, dass wir seit fast zehn Jahren hier ein zu Hause haben und stolz sind, im schönsten Flecken von Leipzig wohnen zu dürfen. Viele aus dem Stadtteil helfen uns schon und darüber sind wir noch mehr stolz.«

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