Wetter-Kapriolen in unserer Region

Aktualisiert: März 17

Förderverein Ortsgeschichte Böhlitz-Ehrenberg e. V.:


»Auf Regen folgt Sonne…« – Kernige Sprichwörter gibt es zuhauf, die sich rund ums Wetter drehen, und spöttisch zusammenfassend klingt’s dann so: »Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter – oder es bleibt wie es ist.« Eher auf verbürgter Erfahrung und einem wissenschaftlichen Hintergrund noch dieses angefügt: »Abendrot – schön Wetter …« (man ergänze hier gerne mal selbstständig). So oder so, und dann gelten ja auch (oder eben auch nicht) die »Hundertjährigen Bauernregeln«.


Also, übers Wetter ließe sich trefflich reden, wohl wäre auch manches Palaver ohne denselben Gesprächsstoff und gewisse Floskeln kaum weitergegangen – all das kennt wohl jeder. Die vergangenen Wochen drängten dieses unerschöpfliche Thema regelrecht für eine heimatgeschichtliche Rückschau auf: der »ungewöhnlichen« Kältewelle mit »unglaublichem Schneefall« zu Jahresanfang folgte vor paar Tagen ein »für diese Zeit ungewöhnlicher« Temperaturanstieg – TV-Wettermoderatoren für Sachsen verglichen kürzlich die rekordträchtigen 20,5 Grad mit jenen 20,8 Grad Wärme zu Ende Februar vor zehn Jahren.


Und so kamen und gingen seit etlichen Jahren, einigen Jahrhunderten, gar Jahrtausenden manche Wetter, Unwetter sowie schlimme und noch schlimmere Naturereignisse, Katastrophen – die Annalen haben derartiges hin und wieder aufbewahrt für die Zeit, wenn man gezielt in ihnen sucht und schließlich findet, wie das also mit »dem Wetter« so war und ist. Ein bayrischer Augustinerchorherr namens Kilian Leib (1471–1553) bemerkte nach etwa fünfzehn Jahren akribischer Aufzeichnungen in seinem Witterungstagebuch (1513–1531) kritisch, dass die Prognosen der Bauernregeln und der Astrometeorologie meist falsch waren. Er hatte in diesem Diarium nicht nur Krankheiten und Lebensmittelpreise, sondern auch notiert »wie es alle tage gewittert, oder wan es geregnet hat.«



Ein Jahrhundert später, zu Zeiten des Böhlitz-Ehrenberger Schmiedes Tostlöwes Ableben wurde gegen 1690 in der Zusammenstellung von »allgemeinen und ganz besonderen Weisheiten zu einer ordentlichen Haushaltung«, wie sie jede Hausfrau jener Zeit wissen sollte, angemerkt, dass »so viel falsche Monden neben dem Mond deß Nachts sind/ sonderlich gegen Süden vor ihm/ so dräuen sie grosse Feuchtigkeiten/…« oder auch: »ein Regenbogen gegenüber dem Mond des nachts bedeut unbeständig Wetter/und bißweilen langwürig Ungewitter mit Feuchtigkeit und Sturm.« Übrigens: die Schreibweise war früher so und hier wird sie exakt nachgeschrieben!


Erinnern wir daran, was kürzlich vielleicht einigen TV-Zuschauern entgangen war, dass im Januar 2021 über sogenannte »Halo« (Lichteffekte der atmosphärischen Optik, die durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen entstehen, wie es ziemlich wissenschaftlich heißt, also kurz: ein gleißender Lichthof um den Mond und Sonne mit Nebensonnen, Nebenmonden) berichtet wurde. Die einstigen »Sagen und Legenden sowie allerley Merckwürdigkeyten« für das hiesige Auewaldgebiet erwähnten sogar derartige »fünff Monde«.


Kaum unangekündigt, also mit Vorwarnung durch manchen Wetterfrosch auf der Leiter und Meteorologen von Presse, Rundfunk und TV, brach vor paar Wochen ein »harter Winter« mit Schnee und Frost über uns herein. Der Elster-Saale-Kanal war nach vielen Jahren auch mal wieder zugefroren und bot mit dicker Eisschicht beste Gelegenheiten für Schlittschuhfahren, Eishockey, Skilanglauf und einfach nur Wandern bis weit übers Sperrtor am Kanal hinaus. Für die Alten und Älteren Gelegenheit der persönlichen, ganz privaten Erinnerungen in breiter Vielfalt an Nachkriegswinter 1946/47 (»weißer Tod« und »schwarzer Hunger«), aber auch jene Katastrophen-Winter 1978/79 sowie 1987, die dann auch in mancher TV-Rückschau wiederholt ihren Platz fanden.


Ganz im Sinne der ziemlich breit angelegten ehrenamtlichen Tätigkeit im Förderverein Ortsgeschichte Böhlitz-Ehrenberg e. V. kann man sich mit historischen Rückblicken beschäftigen, wie hier, in unserer heimatlichen Gegend auch »Wetter früher war«.


Das knappe Ergebnis einer solchen Rückschau: es war damals – offensichtlich – kaum anders als heutzutage. Man könnte sarkastisch anmerken, dass die Menschen desöfteren die vier Hauptfeinde gegen sich haben: Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die es zu bewältigen galt.



Fachleute aus verschiedenen Wissenschaftsgebieten haben mittels Forschungen entdeckt, dass ein rapider Klimawandel seit 1310 (nach dem italienischen Dichter und Philosophen Dante Alighieri als »Dante-Anomalie« bezeichnet) als Übergangsphase von der durch relativ hohe Temperaturen geprägten hochmittelalterlichen Klimaanomalie zur sogenannten »Kleinen Eiszeit« gilt. Vor einigen Jahren kam dazu die wichtige Erkenntnis, die Wissenschaft könne den historischen Klimawandel viel besser rekonstruieren, wenn nicht nur Klimaarchive wie Baumringe oder Eis- und Sedimentkerne genutzt werden, sondern auch historische Quellen! Genau das war der Fingerzeig für uns zu einer knappen Recherche rund um unsere hiesige Heimat, um seit Ewigkeiten schon aufgetretene klimatische oder wettermäßige Extremereignisse, Dürre, Überschwemmungen (die durch die Flüsse Elster, Luppe, Pleiße, Nahle und Parthe an der Tagesordnung waren oder sind), um lange Frostperioden usw. in alten Aufzeichnungen zu finden. Über fünfhundert Jahre, seit 1300 bis Anfang 1800, hatte eine sogenannte »Kleine Eiszeit« Europa im Griff: es war im Durchschnitt zwei Grad kälter als heute, erster Schnee fiel oft schon im November. Am kältesten war es etwa um 1600. Zahlreiche Gemälde der alten Künstler, Meistermaler zeigen, wie es damals im Winter aussah – Winterlandschaften gehörten zu den beliebtesten Genres. Greifen wir voraus: der Winter 1564/65 war damals der kälteste seit Menschengedenken.


Einige weitere Beispiele sollen verdeutlichen, was damit in etwa gemeint ist. Den aufgeblätterten achtunggebietenden Annalen entnimmt man in Bezug auf unsere Region schnell, dass schon damals anno 865 – das ist, wenn mans an drei Fingern rechnet, über eintausend Jahre her und noch viel mehr – »durch öfftere Platzregen/ Wolkenbrüche/ und Wasserfluthen viel getreydig auffm Felde verdorben/ und was davon kümmerlich überblieben/ hat sambt andern Früchten der hagel vollends erbärmlich erschlagen.«


Nicht nur, dass »erschröckliche« Wetterunbilden kamen und gingen, auch der göttliche Himmel jener Zeit brachte seine »Wunder-Zeichen«, vielleicht als Vorwarnung vor den vier biblischen apokalyptischen Reitern. So etwa zweihundert Jahre danach – anno 1099 – »Hat man viel greuliche und erschreckliche gesehen/ der Himmel brandte als feuer/ etliche mahl in der Nacht/ sonderlich umb den Tag Allerheiligen: Sonn und Mond verlohren ihren Schein/Sterne schiene vom Himmel auf die Erde zu fallen: in der Lufft brennende Fackeln/ feurige Pfeile/ und grosse Flammen fliegen.« Nicht gerade der Stoff, aus dem schöne Träume sind. Was dem neugierigen, aufmerksamen Leser ins Auge springt, ist schließlich noch die wichtige Notiz, die wirtschaftliche Erklärung »dahero grosse Theuerung und anfällige schwere Kranckheiten entstunden«, so zum Beispiel in einer »Kayserlichen Chronick«. Das vergilbte Papier des wohlfeilen Wälzers knistert beim vorsichtigen Blättern unter den Händen, wenn man das Jahr 1117 erreicht: »Im Anfang dieses Jahres hat man hin und wieder in Teutschland hefftige Erdbeben gesprüret/ davon nicht wenig Gebäude Schaden genommen. Im angehenden Sommer aber hat der vielfältige Hagel die Saat/ auch Menschen und Vieh zu Boden geschlagen/ sehr verderbet.« Wie gesagt, damals nicht ungewöhnlich, und auch heute konstatieren Forscher, dass es in den Jahren 2015 und 2017 zwischen Halle und Leipzig zwei Beben mit einer Stärke von ungefähr 3 gegeben hat; die stärksten, die in der hiesigen Region bisher registriert wurden. Wer erinnert sich noch, als eines frühen Morgens auch in Böhlitz-Ehrenberg/Gundorf Erschütterungen zu spüren waren…


Seit 2018 wurden im nahen Vogtland (etwa 100 km von hier) zirka 1000 sogenannte Schwarmbeben registriert. Schwarmbeben sind kleine Erdbeben in einer Tiefe von sieben bis zehn Kilometern, die in dichter zeitlicher Reihenfolge im gleichen Gebiet auftreten. Im Vogtland werden sie schon seit dem 16. Jahrhundert registriert!



Weiter in der chronologischen Folge: Im Jahre 1124 kam wahrscheinlich alles zusammen, was Klima und Wetter zu bieten hatte: »den 2. Februar hat man eine grosse Sonnen=Finsternis gesehen im 24. Grad des Löwens. Nach Pfingsten ist ein unversehener Frost mit kalten Reiffen eingefallen/ von welchen die Bäume/ und sonderlich der Wein/ mercklichen Schaden genommen/ und was noch überblieben/ den 16. Juli durch ein grausames Ungewetter vollends gar dahingegangen. Der Winter hielt zu Ende des Jahres so hart an/ und war so grosser und tieffer Schnee / die Lufft darneben so grimmig kalt/ daß viel Menschen/ so ihrer handthierung wegen auswandern müssen / erfroren.«


Zeitlich weiter geblättert ist auch fünfhundert Jahre später – 1682 – zu vermelden »den 23 May hat es eine gantze Stunde nach einander starck gehagelt / und grosse Schlossen/ als die Nüsse/ darunter etliche 3 Loth gewogen/ geworffen: darbey that es harte Donnerschläge. Dieses Hagel=Wetter schlug viel Obst von denen Bäumen ab und zerbrach die Aeste/that auch an Feld=Früchten/ wo der Streiff hingieng grossen Schaden/ die Schlossen lagen an manchen Orte ehe sie zerschmoltzen zwei Tage/ davon ein grosses Gewässer ward/ …«


Das Frühjahr 1694/95 war außerordentlich kalt: die Gräben des Leipziger Stadtbefestigung waren nach dem zwischenzeitlichen Tauwetter zu Ende des April wiederrum mit einer teils begehbaren Eisschicht überzogen. Auch der Mai wird als außergewöhnlich kalt bewertet, noch am 10. des Monats kommt es zu schwerem Frost, und für Jahresmitte, eigentlich Sommer, gaben die Annalen preis: »den 13. Julii war es sehr kalt / also daß viel leute einheitzen musten.« Die Not durch diese Unwetter und alle Kalamitäten war so groß, daß die Armen »meistentheils aber das Leben zu unterhalten/ Kräuter/ Baum=Rinden/ Graß/ Laub und andere Dinge gegessen.«


1697 ist mit »Eintritt dieses Jahres… grausame Kälte… und stund bis den 25. Febr. Worauf das Eiß auf denen Wassern umb Leipzig mit großen Krachen gebrochen, und die Wasser hoch aufgelauffen seyn, daß es zum Gerber=Thor herein gegangen, und man mit Kähnen hi­naus fahren müßen.« Dass man sich mancher Flutgefahren nicht in jedem Falle bewußt war und das Sprichwort galt »Übermut tut selten gut« zeigte die Anmerkung für 1698, »den 29. dito, als zu Lindenau, unweit von Leipzig, unter der Mühle im Waagk zwey Mühlknappen auff einem Kahne gefahren sind/ geschertzet, und mit dem Kahne gewackelt haben, ist der Kahn umgeschlagen und einer davon ertruncken.« Da läßt sich trefflich anfügen, dass 1954 die Überflutungsgewässer des hiesigen Auewaldes auch bis zu den Eingangsstufen des Gundorfer Gasthofes heranwallten…


Ganz markant wurde das ungewöhnlich kalte Jahr 1816, als »das Jahr ohne Sommer« vor allem im Westen Europas bezeichnet. In Deutschland benannte man es unvergesslich als das berüchtigte Elendsjahr »Achtzehnhundertunderfroren«. Als Hauptursache wird heute der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im April 1815 angesehen, der von Vulkanologen als deutlich stärker eingestuft wird als der Ausbruch des italienischen Vesuv im Jahr 79 n. Chr. und jener des indonesischen Vulkans Krakatau 1883. Ein knapper Überblick aus dem »Illustrierte Kalender« (Jahrbuch der Ereignisse, Bestrebungen u. Fortschritte 1851) bot wichtigste Naturereignisse an: 18. und 28. Januar mit »-7 Grad zu Leipzig größte Januarkälte; 1. Februar Zug wilder Gänse bei Leipzig; 5. Februar Nebensonnen mit Ring zu Leipzig; 14. Febr. größte Februarkälte -8 Grad; 15. Februar ein farbiger Sonnenhof zu Leipzig; 27. März Ankunft der ersten Schwalben; 22. April größte Wärme + 17,5 Grad; 18. Mai größte Wärme +16 Grad; 15. Juli äußerst prachtvoller Regenbogen mit vollkommen ausgebildeten Nebenregenbogen; 24. August ein Nordlicht zu Leipzig; 26. September + 16 Grad größte Septemberwärme; 22. Oktober +17 Grad; 7. November erster Schnee;, 20. Nov. großer Schneesturm im Leipziger Kreise; 23. Nov. größte Kälte mit -9,5 Grad; 4. Dez. größte Kälte -10 Grad.« Hannelore Schaaf


Während in Sachsen die ersten Versuche zu meteorologischen Beobachtungen schon 1576 gemacht wurden, wie ein Manuskript titelte »Aufmerkung der täglichen Witterung über das Jahr 1576«, anscheinend von Kurfürst August selbst oder auf dessen Befehl ausgeführt, lagen noch andere Handschriften mit Wetterbeobachtungen 1579 bis 1580 und 1581 bis 1582 vor. Allerdings erstreckten sich die Beobachtungen auf schlichte Angaben, zum Beispiel, ob der Tag heiter oder trüb gewesen, in welcher Tages- oder Nachtstunde ein Wechsel eingetreten, ob es geregnet, geschneit oder gehagelt hatte. Messinstrumente für Luftdruck und Wärme, Barometer und Thermometer existierten bekanntermaßen noch nicht – ein langer Weg noch bis zur Etablierung einer wissenschaftlich fundierten Wettervorhersage.


Gegen Ende 1863 wurden im Königreich Sachsen meteorologische Beobachtungsstationen eingerichtet; die für Leipzig befand sich unter der Leitung von Prof. Bruhns in der damaligen Sternwarte.



Tja, und was geben historische Annalen konkret her, derer es so viele unterschiedliche gibt, die es gelegentlich bereits zu durchforsten galt oder auch zukünftig noch gilt. In Zeitungen wurde geblättert, manchmal augenschmerzend in späten Bibliotheksstunden auf sogenannte Mikrofiches gestarrt, also abfotografierten ganzen Zeitungsseiten, und diese mit einem Lichtbildgerät ermüdend betrachtet. Die Leipziger Zeitung gab – in rasender Schnelle für die damalige Zeit innerhalb weniger Tage im Juni 1826 – kund: »Schloßenweter und Wolkenbrüche scheinen dieses Jahr, nach den öffentl. Blättern, an der Tagesordnung zu seyn. Auch in der Nähe von Leipzig hat am letzten Sonntage ein Schloßenwetter bedeutenden Schaden angerichtet, und namentlich die Fluren der Dorffschaften Leutzsch, Barneck, Ehrenberg, Rückmarsdorf, Behlitz, Schönau, Miltitz usw. beinahe völlig verwüstet.« Die alte Sprachformulierung soll hier ganz knapp erläutert sein: »Schloßen« sind gewaltige Wassermassen mit Hagel. An anderer Stelle des Zeitgeschehens kam es noch schlimmer: »Auf der Straße von Rückmarsdorf bis Lindenau sollen 5 Getreidewagen umgestürzt liegen.« Und die Beschreibung des Unwetters: »Obwohl nur auf einen Strich von etwa ¾ bis 1 Stunde Breite beschränkt und seine Spur durch eine scharf abgegrenzte, vom Boden aufsteigende Dampfwolke bezeichnend, soll das Wetter auch in der Umgegend entsetzliche Verwüstungen angerichtet haben. Betroffen davon wurden… Ortschaften« (und es folgte eine fast vollständige Aufzählung), »Markranstädt, Priestäblich, Groß- und Kleindölzig, Burghausen, Böhlitz-Ehrenberg, Gundorf, Barneck, Rückmarsdorf, Frankenhain, Lindennaundorf, Klein- und Groß-Miltitz, Schönau und Lausen…«


Dem »entsetzlichen Unwetter« per 27. August 1860 gedenkend wurde sogar für Leipzig und dessen Umgegend ein »Denkblatt« publiziert, das die erheblichen Schäden registrierte: ein in der Gegend von Corbetha losgebrochenes Wetter »zog über Altranstädt am Bienitz (der gewöhnlichen Wetterscheide für hiesige Gegend) südwestwärts vorbei, drehte sich… förmlich um seine Achse… In der Nähe von Böhlitz-Ehrenberg erlitt ein Knecht so erhebliche Verletzungen am ganzen Körper, dass er nach Hause transportiert werden mußte… Betroffen waren Zschocher und Connewitz, sowie Gohlis, ingleichen, jedoch noch bedeutender Gundorf mit Neuscherbitz und Ehrenberg, sowie ein Theil der Feldfluren von Burghausen…«, und weiter noch: »die niedergehenden Hagelstücke waren mehrstentheils der Größe von Hühnereiern, 5–7 Loth und darüber wiegend und etwa 10 Minuten lang in solcher Dichtigkeit fallend, dass im Augenblick alle Plätze, Höfe und Straßen zum Theil zu waren.« Schließlich wurde im Leipziger Kreisblatt No. 35 der entstandene Schaden geschätzt »auf mehr als eine halbe Million Thaler.« Die Unwetterberichte eilten durchs Land und fanden sogar im Regensburger Tagblatt ihren Niederschlag.


Es klang schon weiter oben an, dass die wechselnden Extremwetter winters wie sommers oder übers ganze Jahr entsprechend vielseitige Schäden nach sich zogen. Unter den unmittelbaren Folgen der Witterungsverhältnisse traten zunächst weit verbreitete Erkrankungen der Kulturpflanzen auf (dadurch auch »Kriebelkrankheit« und Ergotismus bei Menschen), Misswachs und wiederum in deren Folge Nahrungs- bzw. Hungersnot, Viehseuchen sowie auch zahlreiche Mangelerscheinungen bzw. weitere Krankheiten in der Bevölkerung. Ausführungen dazu sind aus Platzgründen an dieser Stelle nicht möglich. Es konnte beileibe hier in einem Überblick längst nicht alles dargelegt werden.


Zusammenfassend ist festzustellen, dass die jahrtausende- und jahrhundertealte Historie ihre Wetterunbilden, »ihre Katastrophen« verzeichnete oder, andersrum gesagt, auch Naturereignisse, Unwetter und Katastrophen auf ewig Geschichte machten. Beschließen wir jedoch mit einem optimistischen Ausblick – schließlich haben doch alle Jahreszeiten ihren ganz besonderen Reiz. Warten wir nun alle auf sonnige Zeiten! Nach etwa vierzehn Tagen war auch hier bei uns das »Wintermärchen« wieder vorbei; der Frühling kommt. Und wie sagt ein Sprichwort: Es gibt eigentlich kein schlechtes Wetter – es gibt nur unpassende Kleidung…


Hannelore Schaaf


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