Trauer um Ulrich Kolb

22.03.2019

 

 

Heute trägt das Gemeinde-Blatt symbolisch Trauer, denn der Herausgeber und Gründer des Gemeinde-Blattes, Herr Ulrich Kolb, ist von uns gegangen.

 

Nachdem es Ulrich Kolb von Baden-Württemberg nach Leipzig verschlagen hatte, war er es, der zusammen mit den damaligen Bürgermeistern der Gemeinden Böhlitz-Ehrenberg, Rückmarsdorf und Burghausen ein zunächst amtliches Mitteilungsblatt auf die Beine stellte, das später als Gemeinde-Blatt unter hohem persönlichen und finanziellen Engagement weitergeführt wurde.

 

Neben dem Gemeinde-Blatt entstanden in seiner Werbeagentur in Böhlitz-Ehrenberg weitere Publikationen, wie zum Beispiel die Buchreihen »Böhlitzer Hefte« und »Edition Leipziger Westen« mit zahlreichen Einzeltiteln, die zumeist in Zusammenarbeit mit den Heimatvereinen Böhlitz-Ehrenbergs, Rückmarsdorfs und Burghausens entstanden. Durch diese Bücher zeigt sich auch seine tiefe Verbundenheit mit unserer Region.

 

Nicht nur in diesen Publikationen wird das Andenken an Ulrich Kolb für die Zukunft erhalten bleiben. Auch das Gemeinde-Blatt, welches seit einiger Zeit von der Kolb & Achtner Werbeagentur herausgegeben wird, wird in seinem Sinne fortgeführt. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Familie und seiner Lebensgefährtin.

 

In stiller Trauer – Das Team des Gemeinde-Blattes

 

 

Heimatverein Rückmarsdorf e. V.

Nachruf

 

Wir trauern um Ulrich Kolb, Mitglied und Förderer unseres Heimatvereins. Er erwarb sich im Verein und in der Bevölkerung höchste Achtung durch sein unermüdliches Engagement bei der Publikation unserer Schriften zu den historischen, kulturellen und naturkundlichen Spezifika unseres Heimatortes und seiner Umgebung. Obwohl nicht aus unserer Region stammend, war er in hohem Maße darauf bedacht, Bewohner und Interessenten mit den vielen sehens- und schützenswerten Gegebenheiten unseres Leipziger Heimatlandes durch eine große Anzahl entsprechender Editionen vertraut zu machen. Er realisierte dieses Ziel der ihm im Rahmen seiner Böhlitz-Ehrenberger Werbeagentur gegebenen Möglichkeiten auch mit persönlichem Einsatz. Wir Heimatfreunde haben Ulrich Kolb als einen verständnisvollen, umsichtig handelnden, liebevollen und kontaktfreudigen Mitbürger kennengelernt. Schmerzlich werden wir ihn vermissen.

Jochen Deweß im Namen des Vorstandes

 

Leserbrief

Erinnern an Ulrich Kolb

Leutzsch hat einen guten Freund verloren. Seine Lebensuhr ist für immer stehen geblieben. Hoffnung und neue Vorhaben bleiben unerfüllt. Ohne den Verleger Ulrich Kolb, seine Geduld und seine Ermutigung, würde es die beiden Bände »Leutzsch, erlebt, erkundet, zugehört« nicht geben. Seine unvoreingenommene Art, seine Aufmerksamkeit und seine Neugier für die ostdeutsche Sehweise und Erfahrungswelt haben mich bestärkt, meine sehr privaten Leutzsch-Geschichten in seine Hände zu geben. Heutigen Leutzschern und Ausgeflogenen brachte Ulrich Kolb viel Freude. Leutzsch-Geschichten gingen in ostdeutsche Gefilde und auch an den Bodensee, nach Karlsruhe, nach Stuttgart und weiter bis nach Belgien. Es ist erst ein Jahr vergangen, als er mit der Mitteilung überraschte: »Ich mach ne zweite Auflage. Das Ding geht gut, es ist vergriffen.« Sein Schwäbisch hab ich noch im Ohr, ich hab es gern gehört. Der Neu-Böhlitzer, Schwabe, der Süddeutsche (»Westdeutsche«) trug das finanzielle Risiko, auch für die beiden erschienenen Leutzsch-Kalender mit historischen und gegenwärtigen Aufnahmen auf Leutzscher Flur. Sein Herz gehörte der Regionalliteratur, der Geschichte vor der Haustür, seinem Umfeld, allem, was von Böhlitz-Ehrenberg aus im Umkreis zu erfassen war. Das erste, was er verlegte, war die Industriegeschichte Böhlitz-Ehrenbergs. Ich erstand sie Anfang der 1990er Jahre und hüte die Publikation. Doch er schwärmte auch nach Leipzig aus in der Reihe »Leipziger Westen« per Boot und auf den Spuren der Bahn. Die Wandervögel vom Leutzscher Bürgerverein prüfen die Vorschläge zu Fuß auf ihren monatlichen Streifzügen. Wenn ich auf den Manuskriptseiten sehr, sehr viele rote »Kolbzeichen« fand, dann ging es  um den einzelnen Buchstaben oder darum, die einzelne Zeile einen Millimeter nach links oder rechts oder von oben nach unten zu rücken. Da war er unerbittlich im Suchen und Finden. Nur einmal habe ich gestreikt. Über meinen Lieblingsgang nach Böhlitz-Ehrenberg schrieb ich von den zwei Brücken, über die ich laufe. Ein Fragezeichen fand ich am Rand und zwei Worte: »Wieso zwei?« Meinen Einspruch prüfte er sofort  zu Fuß und  erkundete gleich noch alle anderen Orte meiner Leutzscher Geschichten. Ein neues »?« fand ich nicht. Nie hat er auch nur einen Satz in meinem Manuskript ohne mein Wissen verändert. Das war eine neue Erfahrung für mich. Ich gestehe, ich hätte sonst auch mein Papierbündel unter den Arm geklemmt und wäre über die Brücken zurück nach Leutzsch gelaufen. Aus traurigem Anlass möchte ich seinen Angehörigen in Ost und West meine Anteilnahme ausdrücken. Ulrich Kolb wird nicht vergessen sein. Der Abschied tut weh.  Ich hoffe sehr, dass die Arbeit in Böhlitz-Ehrenberg fortgeführt werden kann. 

Monika Kirst

 

 

Auf Facebook teilen
Auf Twitter teilen
Please reload

Anzeige

Anzeige

Bücher, Kalender, Souvenirs u. v. m.

Online-Shop

Das könnte Dich auch interessieren:

Anzeige

Please reload

Anzeige

Herausgeber
Kolb & Achtner Werbeagentur & Verlag
Inhaber: Denis Achtner
Leipziger Straße 71・04178 Leipzig

03 41 / 4 41 85 05

info@kolb-und-achtner.de

E-Mail senden

Redaktion & Umsetzung:
© 2019 by Denis Achtner
Kolb & Achtner Werbeagentur & Verlag
Inhaber: Denis Achtner
Leipziger Straße 71・04178 Leipzig

03 41 / 4 41 85 05

E-Mail senden

  • Facebook
  • YouTube
  • Instagram