2.000,– Euro der Menschlichkeit
- Romy Kneist
- vor 1 Stunde
- 3 Min. Lesezeit
TrauerInsel e. V.:

Manchmal entstehen große Dinge aus kleinen Gesten. Mit großer Dankbarkeit durfte unser Verein TrauerInsel e. V. einen Spendenscheck in Höhe von unglaublichen 2000,– Euro entgegennehmen. Zusammengekommen ist diese beeindruckende Summe durch die Pfandbon-Spenden vieler Kundinnen und Kunden des EDEKA Voßler-Marktes. Von November 2025 bis weit in das neue Jahr hinein haben zahlreiche Menschen ihren Pfandbon nicht für sich eingelöst, sondern ihn für einen guten Zweck gespendet. Jeder einzelne Bon mag nur wenige Cent oder Euro wert gewesen sein. Doch gemeinsam sind daraus 2000,– Euro geworden – welche nun Menschen zugutekommen, die sich in einer der schwersten Lebenssituationen befinden – der Trauer.
Wir möchten allen Spenderinnen und Spendern von Herzen danken. Hinter jedem abgegebenen Pfandbon steckt eine bewusste Entscheidung, Mitgefühl zu zeigen und Menschen in schwierigen Zeiten zu unterstützen. Ebenso gilt unser besonderer Dank dem gesamten Team von EDEKA Voßler. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich. Es zeigt, wie wichtig Zusammenhalt und soziale Verantwortung in unserer Nachbarschaft sind.
Wenn das Leben plötzlich anders wird… Trauer trifft uns alle irgendwann. Der Tod eines geliebten Menschen verändert das Leben oft von einem Moment auf den anderen. Vieles, was vorher selbstverständlich war, gerät aus dem Gleichgewicht. Gefühle wie Schmerz, Verzweiflung, Wut, Hilflosigkeit oder auch Einsamkeit können den Alltag bestimmen. Und dennoch ist Trauer in unserer Gesellschaft oft noch ein Tabuthema. Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit Trauernden umgehen sollen. Andere ziehen sich zurück oder versuchen, ihre eigenen Gefühle zu verstecken. Dabei brauchen Trauernde vor allem eines: Menschen, die zuhören. Genau hier setzt die Arbeit von TrauerInsel e. V. an. Unser neunzehnköpfiges Team arbeitet ausschließlich ehrenamtlich und gemeinnützig. Alle Angebote unseres Vereins sind daher kostenfrei.
Was ist Trauerbegleitung? Trauerbegleitung bedeutet nicht, Trauer »wegzumachen« oder schnelle Lösungen anzubieten. Trauer ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Reaktion auf einen Verlust. Trauerbegleitung bedeutet, Menschen auf einem Stück ihres Weges zu begleiten. Es geht darum, Raum für Erinnerungen, Tränen, Fragen und manchmal auch für Hoffnung zu schaffen. Es geht darum, auszuhalten, was schwer auszuhalten ist und gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, mit dem Verlust leben zu lernen. Niemand muss diesen Weg allein gehen. Unsere Angebote: TrauerInsel e. V. bietet unterschiedliche Unterstützungsangebote für Menschen in Trauer an. Dazu gehört die Akutbegleitung unmittelbar nach einem belastenden Ereignis oder Todesfall. Gerade in den ersten Tagen und Wochen fühlen sich viele Menschen überfordert und orientierungslos. Hier können Gespräche, Informationen und menschliche Begleitung sehr wichtige erste Hilfe sein. Darüber hinaus bieten wir Einzelbegleitungen mit ehrenamtlich ausgebildeten Trauerbegleitern und Trauerbegleiterinnen an. In einem geschützten, vertraulichen Rahmen können Betroffene über ihre Gefühle, Sorgen, Ängste und Erinnerungen sprechen – ohne Zeitdruck und ohne bewertet zu werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit sind unsere vielen Trauergruppen. Dort begegnen sich Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, Viele erleben es als entlastend, zu spüren: »Ich bin mit meiner Trauer nicht allein.«
Besonders niedrigschwellig ist unser offenes Trauercafé, hier in Böhlitz-Ehrenberg, in der »OakLab« Begegnungsstätte in der »Großen Eiche«. Hier sind alle Menschen willkommen, die sich Austausch, Begegnung oder einfach einen Ort wünschen, an dem Trauer ihren Platz haben darf. Egal wie lange der Verlust her ist oder um wen getrauert wird… wir sprechen über Leben, sterben, Tod und Trauer… über Wünsche, Vorsorge oder Tabu-Themen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – nur Mut! Reden hilft!
Tod und Trauer gehören zum Leben. Auch wenn wir sie oft verdrängen, werden wir alle irgendwann mit Verlusten konfrontiert. Deshalb ist es so wichtig, offen darüber zu sprechen – möglichst, bevor ein Verlust unser Leben auf den Kopf stellt. Trauer braucht keine perfekten Worte, Sie braucht Menschen, die bereit sind, zuzuhören.
Mit der Unterstützung unserer Gemeinschaft können wir weiterhin Räume schaffen, in denen Trauernde Verständnis, Begleitung und neue Kraft finden. Die großzügige Spende aus der Pfandbon-Aktion bei EDEKA Voßler hilft uns dabei, diese wichtige Arbeit fortzuführen. Dafür sagen wir von Herzen: Danke!
Romy Kneist, Vorsitzende















































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