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90 Jahre Turmblasen

10. Aug.
2 Min. Lesezeit

Posaunenchor Böhlitz-Ehrenberg:


Tradition seit 90 Jahren: Das Turmblasen
Tradition seit 90 Jahren: Das Turmblasen

Liebe Leserinnen und Leser, der Posaunenchor möchte dieses Jahr gern an dieses Jubiläum er­innern. Zum Heimatfest von Böh­litz-Ehrenberg, am 29. und 30. Au­gust des Jahres 1936, hatte der Posaunenchor auf der Plattform der Heinrich-Pestalozzi-Oberschule seinen ersten Auftritt. Dazu liegt in unserer Heimatstube eine Fest­schrift aus, in der dieses Datum dokumentiert wurde. Man nannte diese Musik »Abendblasen« und diese fand einmal monatlich um 19.30 Uhr statt. Die jeweiligen Tage waren allerdings unterschiedlich. Wir haben uns, mit wenigen Aus­nahmen, auf den Freitag festgelegt.


Zu Hilfe kam uns das komplett marode Schuldach. Überall stan­­-den Wannen und Eimer auf dem Boden, um eindringendes Regen­wasser aufzufangen. Das Dach sollte und musste eigentlich um­gehend grund­saniert werden. Am Ende konnte wenigstens eine etwas größere Reparatur der ge­samten Dachfläche einschließ­lich unserer Auflagen erfolgen – zu­min­dest für uns ein »Aufatmen«. Jetzt konnten wir wieder regel­mäßig, am letzten Freitag im Monat, unsere Instru­mente dort oben zum Klingen bringen (außer Schulferien und bei schlechtem Wetter).


Erwähnen möchte ich noch das Jahr 2020 mit dem damit ver­bundenen Lockdown. Über dem auch still gewordenen Böhlitz-Ehrenberg schwebte wenigstens einmal im Monat in offene Fenster und Türen mancher Häuser ganz zart unsere Musik, verbunden mit so manch mutmachenden Tönen und Liedern. Wir konnten in diesen schwierigen Zeiten zu viert, mit dem nötigen Abstand dort oben einen guten Dienst tun – »Gott sei Dank«! Manchmal vielleicht oder mit Sicherheit zur eigenen Freude jedes einzelnen Bläsers. Aber das Lob Gottes schwebte auch in diesen schweren Tagen über unserem Ort. Dass die Musik von dort oben auch unten gut an­kommt, ist deutlich am entspre­chenden Beifall zu hören. Ich bekomme im Nachhinein Telefo­nate, z. B. aus der Auenstraße, Forst­weg, Gutshofstr. usw. Je nach Windrichtung dringen unsere Töne weit hinaus. Das Schuldach ist dafür wie geschaffen. Übrigens – jeder Bläser bläst sich vor dem Aufstieg aufs Dach im Treppen­haus warm. Dabei überrascht uns immer wieder die hervorragende Schul­haus­akustik! Wenn die Ver­ant­wortlichen auch weiterhin das Verständnis und die Be­reitschaft aufbringen, uns auf diese Platt­form hoch oben über unseren Ort zu lassen, dann geht diese alte Tra­dition mit Sicherheit auch weiter!


Aus diesem Anlass bläst der Chor am 28. August, 18.00 Uhr, unten auf dem Schulhof eine kleine Serenade!

Martin Hirse




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