90 Jahre Turmblasen
Posaunenchor Böhlitz-Ehrenberg:

Liebe Leserinnen und Leser, der Posaunenchor möchte dieses Jahr gern an dieses Jubiläum erinnern. Zum Heimatfest von Böhlitz-Ehrenberg, am 29. und 30. August des Jahres 1936, hatte der Posaunenchor auf der Plattform der Heinrich-Pestalozzi-Oberschule seinen ersten Auftritt. Dazu liegt in unserer Heimatstube eine Festschrift aus, in der dieses Datum dokumentiert wurde. Man nannte diese Musik »Abendblasen« und diese fand einmal monatlich um 19.30 Uhr statt. Die jeweiligen Tage waren allerdings unterschiedlich. Wir haben uns, mit wenigen Ausnahmen, auf den Freitag festgelegt.
Zu Hilfe kam uns das komplett marode Schuldach. Überall stan-den Wannen und Eimer auf dem Boden, um eindringendes Regenwasser aufzufangen. Das Dach sollte und musste eigentlich umgehend grundsaniert werden. Am Ende konnte wenigstens eine etwas größere Reparatur der gesamten Dachfläche einschließlich unserer Auflagen erfolgen – zumindest für uns ein »Aufatmen«. Jetzt konnten wir wieder regelmäßig, am letzten Freitag im Monat, unsere Instrumente dort oben zum Klingen bringen (außer Schulferien und bei schlechtem Wetter).
Erwähnen möchte ich noch das Jahr 2020 mit dem damit verbundenen Lockdown. Über dem auch still gewordenen Böhlitz-Ehrenberg schwebte wenigstens einmal im Monat in offene Fenster und Türen mancher Häuser ganz zart unsere Musik, verbunden mit so manch mutmachenden Tönen und Liedern. Wir konnten in diesen schwierigen Zeiten zu viert, mit dem nötigen Abstand dort oben einen guten Dienst tun – »Gott sei Dank«! Manchmal vielleicht oder mit Sicherheit zur eigenen Freude jedes einzelnen Bläsers. Aber das Lob Gottes schwebte auch in diesen schweren Tagen über unserem Ort. Dass die Musik von dort oben auch unten gut ankommt, ist deutlich am entsprechenden Beifall zu hören. Ich bekomme im Nachhinein Telefonate, z. B. aus der Auenstraße, Forstweg, Gutshofstr. usw. Je nach Windrichtung dringen unsere Töne weit hinaus. Das Schuldach ist dafür wie geschaffen. Übrigens – jeder Bläser bläst sich vor dem Aufstieg aufs Dach im Treppenhaus warm. Dabei überrascht uns immer wieder die hervorragende Schulhausakustik! Wenn die Verantwortlichen auch weiterhin das Verständnis und die Bereitschaft aufbringen, uns auf diese Plattform hoch oben über unseren Ort zu lassen, dann geht diese alte Tradition mit Sicherheit auch weiter!
Aus diesem Anlass bläst der Chor am 28. August, 18.00 Uhr, unten auf dem Schulhof eine kleine Serenade!
Martin Hirse
















































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