Parkplatz, Marktplatz, Streetball & mehr
Aus der Ortschaftsratssitzung Böhlitz-Ehrenberg:
Zur Oktobersitzung hatte Ortsvorsteher Denis Achtner drei zusammenhängende Themenkomplexe an den Anfang der Tagesordnung gesetzt – drei Anträge des Ortschaftsrates, die durch den Stadtrat bestätigt, zu denen es bisher aber keine Rückinformation an den Ortschaftsrat gegeben hatte. »Man sollte zumindest davon ausgehen können, dass das Ergebnis von Anträgen und Studien auch beim Antragsteller vorgestellt bzw. dieser darüber informiert wird«, so Achtner. Im einzelnen ging es dabei um den Antrag zur Prüfung von weiteren Parkplätzen im Umfeld der Dreifeldsporthalle, weiterhin um die Machbarkeitsstudie »Multifunktionaler Platz« für den Böhlitz-Ehrenberger Marktplatz und der Ersatz für die Streetballanlage. Zumindest für die ersten zwei Punkte waren Vertreter der Verwaltung erschienen, um über den Sachstand zu informieren. Hinsichtlich weiterer Parkplätze für die Dreifeldsporthalle habe die Verwaltung mehrere städtische Grundstücke geprüft. Der Edekaparkplatz stünde auch weiterhin nicht zur Verfügung, die Fläche neben der Feuerwehr sei durch die Branddirektion in Nutzung und das explizit vom Ortschaftsrat vorgeschlagene freie Grundstück direkt daneben an der Straße »An der Feuerwache« sei für Wohnungsbau vorgesehen und stünde daher nicht zur Verfügung. Auch der kleine Parkplatz des TSVs werde vom Sportverein selbst benötigt und stünde somit nicht zur Verfügung. Da die Stadtverwaltung die Stellplatzsatzung bei der Planung der Halle eingehalten habe, sieht sie auch weiterhin keinen Grund, für weitere Parkplätze zu sorgen. Ortsvorsteher Achtner wiederholte nochmals die Ansicht des Ortschaftsrates, das hier Ideologie und Realität kollidieren werden. So wird die Stadt sehenden Auges für eine deutliche Verschärfung der Verkehrssituation im Umfeld der Halle sorgen, was auch Auswirkungen auf die Freiwillige Feuerwehr und den Edeka-Standort haben wird. Achtner fand es auch bemerkenswert, dass im weiteren Umfeld befindliche Areale, wie der Parkplatz an der »Lehmbahn« seitens der Verwaltung nicht geprüft wurde und dies erst auf nochmalige Anfrage passierte. Ungeklärt bleibt hier auch, wie dann der etwas mehr als 350 m entfernte mögliche Parkplatz kommunikativ an den potentiellen Hallennutzer herangeführt wird. Achtner erwartet hier weitere Antworten.
Für die Machbarkeitsstudie »Multifunktionaler Platz« gab es ebenfalls keine positiven Ergebnisse. Die Intention des Antrages war die Prüfung, wie der alte, mittlerweile stark ruinöse Marktplatz umgestaltet werden könne, um multifunktional, u. a. für das Ortsfest, Weihnachtsmarkt, Spielplatz, Fahrradübungsplatz etc. genutzt werden könne. Hier verwies man auf das Dorfplatzprogramm (was dem Ortschaftsrat dann in der Novembersitzung vorgestellt werde). Hier sei der Markplatz auf Platz 16 in der Prioritätenliste als nicht dringlich eingestuft worden. Bezüglich der Findung anderer Plätze für das Ortsfest sei man auf städtischen Flächen nicht fündig geworden. Bis zu einer Bebauung könne aber der alte Marktplatz und die beiden Wiesen zur Straßenbahn hinzu genutzt werden, so die Verwaltung. Alternativ sei eine Umkonzipierung des Ortsfestes nötig, da man dann nur noch den Fußweg der Pestalozzistraße (zwischen Buchener Straße und Schönauer Landstraße) in Zusammenhang mit der Nutzung des Parkplatzes der neuen Turnhalle anbieten könne.

»Mit Verlaub«, entgegnete hier Achtner, »das würde dem gleichkommen, wenn die Stadt Leipzig ihre »KlassikOpen« im Barfußgässchen stattfinden lassen müsste – natürlich bei voller Bestuhlung.« Achtner wies darauf hin, dass der Fußweg so nicht nutzbar sei, da ja – entgegen der Aussagen des Brandschutzes – Abstände zu dem Edekamarkt einzuhalten seien, und die restliche Breite mit Bäumen und Sträuchern zugebaut sei. Zudem sei erst im Sommer darauf hingewiesen worden, dass dieser Fußweg als Rettungsweg für die Arztpraxen eingerichtet worden sei.
Ähnlich sehe es mit dem Parkplatz der Dreifeldsporthalle aus. Da dieser mit zahlreichen Bäumen begrünt werde, sei die Fläche für das Ortsfest in der bisherigen Art nicht nutzbar. »Das reiche für eine Losbude und drei Sitzbänke gerademal so aus – aber nicht für ein Fest, dass potentiell für 10000 Böhlitz-Ehrenbergerinnen und Böhlitz-Ehrenberger ausgelegt ist, und das jährlich auch rund 5000–7000 Gäste über drei Tage verzeichnet«, so Achtner. »Das ist nicht irgend ein popliges Fest, sondern ein städtisches Fest.«
Zum Abschluss des Themenkomplexes informierte Achtner, dass der Ortschaftsrat hinsichtlich der ausstehenden Streetballanlage einen erneuten Antrag zum Doppelhaushalt gestellt hatte und daraufhin in dem dazugehörigen Verwaltungsstandpunkt die Information erhielt, dass mittlerweile eine potentielle Fläche gefunden wurde, auf der die Streetballanlage entstehen könne und im Doppelhaushalt dafür 250000 Euro eingeplant seinen. Der Bau soll 2028 auf dem städtischen Gelände an der Schönauer Landstraße neben dem Nettomarkt erfolgen. Hierzu müsse der bestehende B-Plan angefasst werden. Ortschaftsrat Christopher Werge fragte daraufhin nach, ob dann nicht auch das Gesamtgelände gleich nochmals für einen multifunktionalen Platz geprüft werden könne. Hier könnten dann auch weitere Stellplätze für die Halle eingerichtet werden.
Es zeigte sich, dass die drei Themenkomplexe zusammenhängend nochmals betrachtet werden sollten. Daher schlug Ortsvorsteher Achtner den anwesenden Ämtern vor, alle beteiligten Ämter und Anliegenführer wie Edeka etc. zu vereinen, um die Sachverhalte zusammenzuführen und zu einem positiven Abschluss für alle Seiten zu führen. Der Ortschaftsrat wird sich entsprechend mit diesem Wunsch an das Büro für Ratsangelegenheiten wenden und um Einrichtung dieses Runden Tisches bitten.
Zum nächsten Tagesordnungspunkt informierten Mitarbeiter von Liegenschaftsamt und der Firma Stadtlabor über die erstellte Konzeption für das neue Ortsteilzentrum »Große Eiche«, das die vorhandenen Räumlichkeiten und Potentiale zusammenführt und Möglichkeiten einer zukünftigen Betreibung aufzeigt. In Anbetracht der Haushaltsituation der Stadt Leipzig werde man an der bisher angewandten Strategie festhalten und Stück für Stück an die Umsetzung gehen. Erste Erfolge gebe es mit dem OakLab im Erdgeschoss, ein weiterer Raum werde zurzeit umgestaltet und in 2027 in die Nutzung überführt. Auch soll es weitere Sanierungen im Haus geben – auch hier nach und nach. Die Ortschaftsräte zeigten sich zufrieden mit dem bisherigen Stand, Ortsvorsteher Achtner bedankte sich explizit für die Arbeit und Unterstützung bei der Firma Stadtlabor und den Mitarbeitern des Liegenschaftsamtes. Einzig das Einfügen eines wichtigen Hinweises in das Endkonzept ließen sich die Ortschaftsräte noch zusichern – egal wie das Haus in Zukunft geführt und organisiert wird, dem Ortschaftsrat und den Vereinen des Ortes wird die Nutzungsmöglichkeit des Hauses zugesichert.
Als nächstes verständigten sich dei Ortschaftsräte, ob sie die für den Doppelhaushalt gestellten Änderungsanträge aufrecht erhalten wollen oder ob man den Verwaltungsstandpunkten (VSP) zustimme. Da die geforderte Streetballanlage nun endlich umgesetzt werden soll, stimmte man dem Verwaltungsstandpunkt zu. Die Anträge zur besseren Grünpflege und zur Sanierung und Umgestaltung des Marktplatzes hielten die Ortschaftsräte aufrecht und lehnten den VSP ab. Abschließend wurden noch weitere Brauchtumsmittel vergeben, u. a. für die Ausstattung des OakLabs und für die Erneuerung von Fangnetzen auf dem Bolzplatz des TSVs.




















































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